Wie du deine Resilienz in Krisenmomenten stärkst

Willkommen! Jetzt ist die Chance für uns Inne zu halten und wahrzunehmen, was im Werden ist. Wahrnehmung und Antizipation! Neben unseren Talenten, Kompetenzen und Potenzialen die wahren Treiber von persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklung und Veränderung. Mit dieser Selbstcoaching-Anleitung kommst Du sicherlich einen Schritt weiter.

Was es jetzt braucht

Nachfolgend findest du neben ein paar schnellen Inputs, anregende Fragen für’s Selbstcoaching zur Vitalisierung deiner Resilienz und Agilität. Resilienz, weil es die menschliche Gabe der präsenten Wahrnehmung aktiviert, die uns hilft uns uns in turbulenten Momenten zurecht zufinden und überlebensnotwendige Ressourcen zu aktivieren. Agilität, weil es unsere Gabe der Antizipation, Intuition, Exploration und Neugierde aktiviert, jene Kraft, die uns leichtens ins Ungewissen hinein gehen lässt.

Bereit? Dann „keep going!“.

Resilienz pur

Meine Definition für Resilienz?

Die Fähigkeit meine Ressourcen zu aktivieren (in Krisensituationen).

Resilienz ist also immer ressourcenorientiert. Resilienz lässt uns überleben oder besser gesagt aktiviert unsere Ressourcen, die uns Krisen überwinden und überleben lässt. Sich dieser psychischen Widerstandskraft in solchen Momenten unseres Lebens bewusster zu werden ist eine enorme Kraft und Stärkung und erste und wichtigste Aufgabe.

Resilienz aktiviert unseren Überlebenswille und unsere individuellen Fähigkeiten als Mensch. Dadurch, dass wir auf unsere individuellen und sozial vermittelten Ressourcen zurückgreifen, finden wir Halt und auch ein Stück weit Gelassenheit. Wir verankern uns im Jetzt. Oder anders gesagt, wir lassen die Wirklichkeit, so wie sie eben ist – jenseits davon, ob uns das behagt oder nicht – an uns heran. Ganz heran. Dann aktivieren sich auch von Selbst unsere Ressourcen. Dann gilt auf meine Ressourcen kann ich mich immer verlassen.

Etwas ganz Entscheidendes, wenn wir über unsere Ressourcen und die Stärkung unserer Resilienz reden:

Das Gegenteil davon. Die andere Seite der Resilienz ist die Vulnerabilität. Unsere physische und psychische Verletzlichkeit. Es gibt das eine ohne das andere nicht. Keine Resilienz ohne Verletzlichkeit. Wir haben sozusagen beides vom Leben mitbekommen. Unseren unbändigen Lebenswillen mit all den Ressourcen inklusive. Und unsere Verletzlichkeit vom allerersten Moment unseres Lebens bis zum allerletzten Moment. Verletzlichkeit, Endlichkeit, Tod. Das alles gehört dazu.

Eine Spitzensportlerin verletzt sich beim Olympiatraining schwer. 7 Operationen folgen. Monatelange Reha. Die ersten 3 Monate nur liegend und nagende Ungewissheit, ob Spitzensport überhaupt wieder möglich sein wird. Die Reha, meint sie, sei die härteste Zeit ihres Lebens gewesen. Mit richtig kohlrabenschwarzen Tagen. Krise pur eben. Verletzlichkeit pur eben.

2 Jahre später wird sie Weltcupsiegerin. Was war passiert? Was war der allerwichtigste Anfang zum ungeahnten Erfolg?

Rückblickend, meint sie, hätte ich mir nie vorstellen können, dass diese dunklen Zeiten mich am Ende zu einer besseren Athletin machen würden. Der Schlüssel war die Situation voll anzunehmen und zu erfahren, wie sich durch diese Zeit das Mindset verändert. Vor der Verletzung zählten nur Ergebnisse. Jetzt, stellt sie fest, bin ich dankbar für jeden Tag den ich am Snowboard stehe und in den Bergen bin. „Ich habe gelernt dankbar zu sein“. Was für eine Ressource, die da aktiviert wurde!

Die zwei wichtigsten Fragen, die du dich fragen kannst:

Welche besonderen Ressourcen von dir zeigen sich dir gerade?

Was ist die wichtigste Frage, mit der ich mich JETZT gerade auseinandersetzen sollte? Was zählt wirklich in dieser Situation?

Mit der ersten Frage verbindest du dich sofort mit wichtigen Ressourcen. Das kann auch so etwas wie innere Ruhe, Gelassenheit sein genauso wie mentale Stärke und eine tiefe Zuversicht.

Mit der zweiten Frage, bist du sofort im Jetzt und machst eines, was entscheidend in Krisen ist: Was hat jetzt oberste Priorität? Darauf richtest du deine ganze Aufmerksamkeit. Und genau das bringt dich weiter. Egal, wie schwierig die Situation ist.

3 resilienzfördernde Eigenschaften

Ich kenne drei grundlegende Qualitäten die Resilienz stärken:

Mindfulness (Achtsamkeit):

bedeutet im Kern, sich der Situation bewusst zu sein. Es ist wie es ist oder in den Worten des großen Viktor Frankls: „trotzdem Ja zum Leben sagen“.

Die wichtigste Frage: Was weiß ich, dass wahr ist?
(und was ist eine Vermutung, eine Annahmen, eine Projektion, Fantasie, Möglichkeit, eine Angst, ein Gefühl, etc.)

Krisen packen uns bei unseren Ur- und Existenzängsten. Diesen folgen wir dann schnell gedanklich und emotional in ihrer Eigendynamik. Wir sind dann mit Eventualitäten und der Welt der Ängste und Sorgen beschäftigt und viel, viel weniger mit dem, was ist. Die Frage mag anfangs womöglich etwas eigenartig anmuten. Wenn du dich auf die Frage einlässt und zum Beispiel einfach niederschreibst, was du weißt, dass in Bezug auf eine Situation wahr ist, dann kannst du auch schnell erleben, wie das entspannt. Wie ein Mentor von mir immer zu sagen pflegte: „Die Realität und Gegenwart ist immer entspannend“

Empathie:

meint „Du-bewusst“, also sich des anderen bewusster zu sein, wo er/sie gerade stehen und was ihn/sie gerade bewegt.

Die wichtigste Frage: Was muss gesagt werden, was noch nicht gesagt worden ist?

Diese Frage ehrlich und in einem psychisch sicheren Rahmen gestellt, schafft den maximalen empathischen Raum. Sie gibt dem anderen, dem Du, die Möglichkeit, das zu sagen, was es jetzt noch braucht, was Wesentlich ist und oftmals noch zurückgehalten worden ist. Aus Unsicherheit, Angst, Scham, Kalkül, … was auch immer. Wenn sich beide Seiten auf diese Frage einlassen, dann erlebt man Empathie pur.

Demut:

bedeutet Selbst-bewusst. Also sich seiner Selbst bewusst zu sein, ohne sich dabei zu überhöhen und zu wichtig zu nehmen. Das Ego ist ein schmeichelnder Hund. Und es neigt bekanntlich dazu sich aufzublähen. Damit gehen wir nur scheinbar in mehr Resilienz. Was wir nämlich mehr oder weniger kaschieren ist, ja genau, unsere Verletztlichkeit.

Die wichtigste Frage: Wer bin ich, wenn ich am Besten bin?

Probier’s mal und stelle dir alle fünf „Resilienz“-Fragen mal selbst. Am besten jemand stellt dir nacheinander die Fragen oder du stellst sie dir selbst und schreibst einfach drauf los, was dazu bei dir auftaucht. Im Nachhinein kannst du dir dann das Geschriebene noch einmal in Ruhe zu Gemüte führen.

Agilität jetzt

Agilität ist die andere menschliche Grundfähigkeit. Das Yang zur Resilienz, wenn dieses das Ying ist.

Meine Definition: Die Fähigkeit, emergente Potenziale zu realisieren.

Emergent bezieht sich dabei einfach auf das, was gerade im Entstehen, im Kommen, im Auftauchen ist. Agilität ist daher immer potenzialorientiert.

Agilität hat immer mit Erkennen, also einem sich über etwa bewusst werden und dann, das ist genau so wichtig agil zu sein, also initiativ zu werden. Der Erkenntnis zu folgen. Agilität ist Arbeiten immer an der Schwelle des Nicht-Wissens und der Ungewissheit. Agil zu sein, den Schritt in das Erkannte und Neue zu wagen, ohne vorher zu wissen, also sich gewiss zu sein, ob es gut ausgeht. Agilität lässt dich einfach tun. Und damit ist es auch ein Lernen am Tun.

Wenn Resilienz das ist, worauf ich mich bei mir selbst verlassen kann, worauf ich aufbauen kann, was ich nutzen kann und was mir in solchen Momenten zur Verfügung steht, ist Agilität, der Tanz vorwärts, das was mich verbindet mit dem, was jetzt im Werden ist. Ein Potenzial, das es jetzt zu erkennen und zu ergreifen gilt, etwas das mich erkunden lässt und dann umsetzen lässt. Antizipieren (also offen zu sein für Veränderung) und initiativ agieren (also schnell ins Handeln zu kommen und in Echtzeit dazu zu lernen! Darum geht’s, auch um flexibel und beweglich zu sein und mit den Entwicklungen mitzugehen.

Das Gegenteil von Agilität ist übrigens Trägheit. Und in einer Gesellschaft, die sich in breiten Teilen dem Selbstoptimierungs- und verbesserungswahn hingibt, ist Trägheit, der Teufel in Person. Auch hier gilt, es gibt das eine ohne das andere nicht. Wir können nicht immer aktiv sein. Daueragilität ist eine Illusion und ein ein Anrennen gegen den Tod. Das Passiv-sein und sich so richtig träge gehen lassen, ist das Einatmen, um danach aktiv auszuatmen.

Agilitätsstimulierend – Selbstcoachingfragen

Nachfolgend Schlüsselfragen für eine kontinuierliche Selbst-Positionsbestimmung – um immer wieder in ein schöpferisches und agiles Mindset zu gelangen. Es macht Sinn, sich diese Fragen gelegentlich zu stellen. Ich empfehle dir dazu, dann bei jeder Frage ein paar Stichworte für dich festzuhalten.

Was ist das Wichtigste, das du in dieser Krisenzeit über dich selbst gelernt hast?

Welche Fähigkeit (Potenzial) hast Du, die Du aktuell nicht einsetzt, die jetzt aber unterstützend für dich und deine Situation wäre?

Wo liegen in dieser Situation die Chancen für Dich und (die Weiterentwicklung) Dein Business?

Welche Tätigkeiten geben dir gerade Kraft und Schwung für Dich und Dein Business?

Was würdest du wagen, wenn Scheitern in Zeiten wie diesen kaum negative Konsequenzen zur Folge hätte?

Was ist jetzt zu tun, damit die bestmögliche Zukunft daraus entsteht?

Und? Konntest du was für dich mitnehmen? Wie fühlst du dich jetzt im Vergleich zu vorher? Und wohin könnten dich deine Einsichten führen?

Ich wünsche dir auf deinen Wegen und Krisen auf alle Fälle das Beste.

PS: Gemeinsam mit den tollen Jungs von gugler brand&digital bieten wir übrigens ein Webinar zu genau dem Thema an: Führen in Zeiten der Ungewissheit – eine Einladung über uns hinauszuwachsen.